Ob Ihr Tier bei einem Giardien-Befall behandelt werden muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die Ihr/e Tierarzt/Tierärztin bei der Behandlung berücksichtigt. Wenn Krankheitszeichen wie Durchfall, Appetitmangel oder Erbrechen auftreten, ist eine medikamentöse Behandlung sinnvoll. Eine kohlenhydratarme Ernährung kann sich dabei günstig auf die Therapie auswirken. Ein Wiederauftreten trotz Behandlung ist möglich.

Sind keine Krankheitszeichen vorhanden, muss nach Übertragungs- und Ansteckungsrisiko entschieden werden. Ist ein Übertragungsrisiko auf Kleinkinder oder immunschwache Menschen gegeben oder besteht ein Ansteckungsrisiko auf andere Tiere, wie in Hundezuchten oder Tierheimen, sollte eine Behandlung auch dann in Betracht gezogen werden, wenn das Tier nicht an Krankheitszeichen leidet.

Medikamente gegen Giardien sind ausschließlich in der Tierarztpraxis erhältlich. Für Hunde und Katzen sind in Deutschland zwei Tierarzneimittel für die Behandlung gegen Giardien zugelassen. Hunde und Katzen werden abhängig davon, welches der beiden Medikamente eingesetzt wird, zwischen 3-5 Tage oder 5-7 Tage lang behandelt.

Der Erfolg der Behandlung sollte 5-7 Tage nach Ende der Arzneimittelgabe über eine Kotuntersuchung überprüft werden. Zeigt sich, dass noch Krankheitszeichen vorhanden sind, und das Tier erneut positiv getestet wird, ist die Behandlung nach Absprache mit dem/der behandelnden Tierarzt/Tierärztin entsprechend zu wiederholen. Unterstützend wirkt das Shampoonieren der Hunde zu Beginn und Ende der Behandlung (z. B. mit einem chlorhexidindigluconathaltigen Shampoo). 

Wichtig ist es außerdem, sowohl während der kompletten Behandlungsphase als auch danach Maßnahmen vorzunehmen, die eine Verunreinigung der Umgebung mit Giardien-Zysten einschränkt. Denn nur so kann verhindert werden, dass sich andere Tiere – aber auch der Patient selbst – immer wieder neu anstecken.

Sinnvolle Maßnahmen sind:

  • Aufsammeln von Kot und Entfernung des Kotes im geschlossenen Plastikbeutel über den Hausmüll.
  • Gründliche Reinigung aller mit Kot verunreinigten Oberflächen (Böden und Wände) mit anschließender vollständiger Abtrocknung, optimal ist der Einsatz von Dampfstrahlern (> 60 °C).
  • Futter- und Trinkgefäße täglich mit kochendem Wasser säubern oder bei > 65 °C in der Spülmaschine reinigen.
  • Katzentoiletten täglich mit kochendem Wasser säubern und anschließend gründlich abtrocknen.
  • Decken/Kissen heiß waschen (> 65 °C).
  • Spielzeug mit kochendem Wasser oder in der Spülmaschine > 65 °C reinigen.
  • Kratzbäume gründlich absaugen und reinigen.
  • Hunde ggf. auch Katzen gründlich baden und shampoonieren (z.B. mit chlorhexidindigluconathaltigen Produkten), um sie von anhaftenden Kotresten zu säubern, ggf. lange Haare im Analbereich scheren.
  • Ggf. Desinfektion von Flächen/Gegenständen mit geeigneten Desinfektionsmitteln. Die aktuelle Desinfektionsmittelliste der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) kann angefordert werden unter www.dvg.net. Zu den dort gelisteten Desinfektionsmitteln mit Kokzidien-Wirkung (nicht speziell für Giardien-Zysten getestet) gehören derzeit Endosan Forte S Neu (H. Willhelm Schaumann) und Neopredisan 135-1 (Menno Chemie-Vertrieb GmbH).

In Tierheimen/Zuchten/Zwingern sind folgende Maßnahmen zusätzlich sinnvoll:

  • Schulung und konkrete Anweisung des Pflegepersonals.
  • Eingangsuntersuchung auf Giardien bei Tieren, die aufgenommen werden.
  • Untersuchung von Tieren, die zur Zucht eingesetzt werden.
  • Untersuchung von Tieren, die unter Durchfällen leiden, ggf. Einleitung von Quarantänemaßnahmen.
  • Feuchte Areale im Auslauf/Garten trockenlegen und nach Möglichkeit befestigen.

Hier finden Sie alle wichtigen Hygienemaßnahmen bei Giardien als PDF zum Herunterladen und/oder Ausdrucken: Hygienemaßnahmen bei Giardien