Hautpilz beim Hund

"Photo by Seth Doyle on Unsplash"

Ein Hautpilz beim Hund kann sehr unangenehm sein – für das betroffene Tier, unter Umständen aber auch für seinen Halter. Denn die Pilze können auch auf den Menschen übertragen werden (Zoonose). Hier geben wir Ihnen Informationen, wie Sie Ihre Tiere und sich selbst sachgerecht vor Hautpilzen schützen beziehungsweise betroffene Tiere erfolgreich behandeln können. 

Hautpilze werden durch winzig kleine, für das bloße Auge unsichtbare Teilchen übertragen, sogenannte Sporen. Infektiöses Material besteht aus kleinen Haarteilen, die mit Pilzpartikeln besetzt sind. Setzen sich die Sporen auf der Haut fest, kann daraus eine Pilzerkrankung entstehen. Dabei sind besonders verhornte Hautgebilde häufig besiedelt.

Hautpilze beim Hund (medizinisch auch Dermatophyten) entwickeln sich in Haut und Haaren und verursachen Hautveränderungen, die sich oft als kreisrunde Rötungen und/oder kreisrunder Haarausfall äußern (Alopezie), sowie Juckreiz. Die entsprechende Erkrankung bezeichnet man dann als Dermatophytose.

Grundsätzlich sind alle Hunde für Hautpilze empfänglich, das Risiko steigt aber bei folgenden Faktoren: 

  • Junge Tiere sowie solche mit geschwächtem Immunsystem haben ein erhöhtes Risiko.
  • Säugende Hündinnen können mit Hautpilzen infiziert sein und diese auf ihre Welpen übertragen.
  • Andere Parasiten wie Flöhe, Zecken, Milben oder Juckreiz sowie andere Hautinfektionen können winzige Hautverletzungen verursachen, die Hunde für eine Hautpilzinfektion anfällig machen.
  • Jede Erkrankung, die den Körper schwächt, kann den Hund für eine Infektion mit Hautpilzen empfänglicher machen. Liegt ein Pilzbefall vor, sollte daher abgeklärt werden, ob die Ursache dafür womöglich eine andere Erkrankung ist.
  • Warmes und feuchtes Klima begünstigt eine Hautpilzerkrankung.
  • Ein höheres Risiko besteht bei streunenden Tieren oder Jagdhunden sowie in Zuchten oder Tierheimen, in denen Hunde mit Artgenossen oder anderen Tieren zusammen gehalten werden.
  • Auch bei Tieren, die an Ausstellungen oder Wettkämpfen teilnehmen, besteht ein erhöhtes Risiko. 

Welche Symptome zeigen Hunde mit Pilzbefall?

Eine Pilzerkrankung beim Hund präsentiert sich üblicherweise als fleckförmiger Haarausfall (Alopezie) im Gesichtsbereich, an den Ohren oder Vordergliedmaßen. In der Regel besteht kein Juckreiz, doch einige Tiere können einen mäßigen bis intensiven Juckreiz aufweisen. Seltener kommt es zu Entzündungen des Haarbalgs (Follikulitis) oder kleinen Hautbläschen.

Wie werden Hautpilze diagnostiziert?

Rein optisch ist eine Dermatophytose nur schwer zu unterscheiden von anderen Hauterkrankungen. Besteht der Verdacht auf eine Hautpilzerkrankung beim Hund, muss dies ein Tierarzt anhand von Fell- und Hautproben sicher abklären. Dazu stehen verschiedene Diagnosemethoden zur Verfügung, am zuverlässigsten ist dabei eine Kombination aus mehreren, darunter 

  • Wood’sche Lampe: Einige Pilzsporen fluoreszieren unter kurzwelligem Licht, z. B. Schwarzlicht oder UV-Licht. Diese Methode ist nicht sehr zuverlässig, kann aber als schneller Versuch zur Diagnosestellung herangezogen werden. Dermatophyten der Gattung Trichophyton etwa produzieren keine Fluoreszenz, daher sollte eine Pilzkultur folgen.
  • Pilzkultur/Bebrütung einer Kultur im Labor: In einem Nährböden wird eine Pilzkolonie gezüchtet. Anteile der Kolonie werden auf einen Objektträger verbracht und mit einer bestimmten Flüssigkeit versetzt. Unter dem Mikroskop kann der Experte charakteristische Merkmale eines Pilzes und damit die genaue Art erkennen.
  • Biopsie: Mit einer Biopsie-Stanze entnimmt der Tierarzt dem Hund ein kleines, kreisrundes Gewebestück, das bis in die Unterhaut reicht. Der Pathologe schneidet das Gewebe in hauchdünne Scheiben. Durch besondere Färbungen der Zellen können spezifische, durch Pilze verursachte Veränderungen sichtbar gemacht werden.
  • Trichogramm/Mikroskopische Untersuchung: Der Tierarzt untersucht Haare und Haarwurzeln unter dem Mikroskop.

Unter Umständen kann der Tierarzt in seiner Praxis sofort eine klare Diagnose stellen und direkt klären, ob es sich um einen Befall mit Hautpilzen handelt. Manchmal aber müssen ergänzend Untersuchungen von Fell- und/oder Hautproben in einem spezialisierten Labor vorgenommen werden, dafür werden die Fell- und/oder Hautproben eingesendet. Bis ein endgültiges Ergebnis vorliegt, kann es einige Wochen dauern. 

Wie wird Hautpilz beim Hund behandelt?

Die Behandlung gegen Hautpilze basiert auf drei Pfeilern:

1. Das Tier wird „systemisch“ behandelt, d. h. es bekommt eine Spritze und/oder Medikamente zur Eingabe über das Maul (sogenannte Antimykotika). Die Hautpilze werden damit „von innen heraus“ bekämpft.

2. Gleichzeitig wird die Haut „lokal“ behandelt, d. h. das Fell und die Haut werden äußerlich mit Medikamenten gewaschen und/oder eingerieben. Diese äußere Behandlung beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Behandlung sichtbar betroffener Bereiche, sondern schließt den gesamten Tierkörper ein. Sie sollte über den gesamten Behandlungszeitraum mindestens zweimal in der Woche durchgeführt werden.

3. Das Scheren des Fells, vor allem bei stark infizierten Tieren, kann den Erfolg der äußeren Behandlung unterstützen, da es die Anwendung und das Eindringen der Wirkstoffe erleichtert. 

Die Behandlung gegen Hautpilze beim Hund verfolgt das Ziel, die Krankheitsdauer zu verkürzen und eine Ausbreitung in der Umgebung und Übertragung auf weitere Tiere und den Menschen zu verhindern. Daher sollten Hundebesitzer gleichzeitig die Umgebung des Tieres sowie Gegenstände, mit denen das Tier Kontakt hat, desinfizieren, um eine Neu-Ansteckung zu verhindern. Auch sollten betroffene und nicht-betroffene Tiere getrennt gehalten werden. 

Können Hausmittel gegen Hautpilze helfen?

Immer wieder finden sich im Internet Tipps zu Hausmitteln, um Pilze zu behandeln. Von Teebaumöl, Kokosöl über Joghurt und Knoblauch bis hin zu Essig ist so ziemlich alles zu finden. Fakt ist: Zur Wirkung dieser „Hausmittel“ gibt es keinerlei wissenschaftliche Erkenntnisse! Im Gegenteil: Vieles davon ist sogar schädlich für Ihren Hund und kann Allergien oder Vergiftungen verursachen. Nur zugelassene, geprüfte Tierarzneimittel bieten einen sicheren Schutz: Eine Behandlung gegen Hautpilze sollte also ausschließlich durch einen Tierarzt erfolgen.

Wie kann man einem Pilzbefall beim Hund vorbeugen?

Das Risiko einer Hautpilzinfektion ist für Welpen sowie alte und geschwächte Tiere am größten. Dennoch kann sich jedes Tier jederzeit anstecken. Deshalb sollte man jeden Hund vor einem Befall mit Hautpilzen schützen. Einige Vorsichtsmaßnahmen: 

  • Kontakt mit einem betroffenen Tier oder einer verunreinigten Umgebung meiden
  • Desinfektion von Räumen und Gegenständen einmal pro Woche, unabhängig von offensichtlichen Hautpilzfällen
  • Ist ein Tier einer möglichen Ansteckung ausgesetzt, z. B. im Rahmen von Ausstellungen, bei Aufenthalt in Tierpension oder Tierheim, so sollten Haut und Fell der Tiere anschließend einmalig äußerlich behandelt werden, bevor das Tier in den Haushalt/die Zucht zurückkommt und mit Menschen oder anderen Tieren Kontakt habt
  • Parallel dazu Desinfektion von Transportkorb, Decken, Halsbändern usw., mit denen das Tier in dieser Zeit Kontakt hatte
  • In Zuchten sowie in Tierheimen sollten Tiere regelmäßig auf einen Hautpilz hin untersucht werden, auch wenn keine äußerlich erkennbaren Anzeichen vorliegen 

Können Hautpilze vom Hund auf den Menschen übertragen werden?

Manche Hautpilze haben zoonotisches Potenzial, das heißt, sie können sowohl Hunde als auch Menschen befallen. Um sich selber vor einer Ansteckung mit Hautpilzen durch ein Haustier zu schützen, gelten grundsätzlich folgende Regeln: 

  • Gründliche persönliche Hygiene nach Kontakt mit dem Tier, also gründlich Hände waschen, Tier nicht auf dem Sofa oder im Bett schlafen lassen
  • Behandlung bestehender Hautpilzinfektionen beim Tier inkl. Desinfektion des Umfeldes
  • Fernhalten von Kindern, Schwangeren und immungeschwächten Personen von betroffenen Tieren und möglicherweise mit Hautpilzteilchen verunreinigten Gegenständen und Räumen. 

Wie lange ist der Hautpilz ansteckend? 

Sporen verbreiten sich sehr leicht und die Pilzpartikel können bei optimalen Bedingungen über Jahre hinweg ansteckend bleiben. Umso wichtiger ist es, bei einem Befall sowohl die Umgebung als auch alle Gegenstände, mit denen der Hund in Kontakt war (Körbchen, Spielzeug) zu desinfizieren. 

Die ESCCAP-Tierhalter-Information „Empfehlung zur Bekämpfung von Hautpilzen“  finden Sie hier auch als PDF zum Download.

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