

Prof. Dr. Reinhard Straubinger, Leiter des Lehrstuhls für Bakteriologie und Mykologie der tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München, hat das neue Gel mitentwickelt und sagt dazu: „Prinzipiell ist die Behandlung mit dem Gel für die Anwendung beim Menschen gedacht. Denn: Menschen haben eher selten und meist nur vereinzelt Zecken. Die Stichstellen können also leicht ausgemacht werden und das Gel kann gezielt und konzentriert über mehrere Tage lang auf die Stichstelle aufgebracht werden. Hunde hingegen haben sehr häufig Zecken und oft auch mehrere gleichzeitig. Hinzu kommt, dass die winzigen Zeckennymphen im Fell kaum oder überhaupt nicht gefunden werden. Diese Umstände machen es nahezu unmöglich, alle Stichstellen parallel über mehrere Tage hinweg zu behandeln. Hinzu käme, dass die Wirkstoffbelastung durch die Vielzahl der nötigen Anwendungen höher wäre, ein Effekt, den wir nicht wollen. Es ist daher nicht in Planung, das Gel auch für die Anwendung beim Hund zu entwickeln.“ Nach wie vor ist also ein lückenloser Zeckenschutz ggf. in Kombination mit einer Impfung der einzige Weg, seinen Hund vor einer Lyme-Borreliose zu schützen.
Wer mit seinem Hund Urlaub im Süden macht, möchte wissen, wie er seinen Vierbeiner vor der Leishmaniose schützen kann. Über Möglichkeiten und Grenzen der Impfung hier die wichtigsten Fakten:
- Die Leishmaniose, ausgelöst durch den Erreger Leishmania infantum, wird über die Stiche einer bestimmten Mückenart übertragen. Diese Mücken sind im südlichen Europa weit verbreitet. Wer mit seinem Vierbeiner in gefährdete Regionen reist, muss seinen Hund entsprechend schützen.
- Aktuell ist in Deutschland ein Leishmaniose-Impfstoff für Hunde verfügbar.
- Die Impfung bietet in der Regel einen wirksamen Schutz vor einer Erkrankung, verhindert die Infektion mit Leishmanien jedoch nicht. Durch Mückenschutz mit einer Tierarznei (Spot-on oder Halsband) kann die Gefahr einer Infektion zumindest reduziert werden. Optimal ist daher eine Kombination aus Impfung und einem speziellen Mückenschutz für Hunde.
- Bei dem zur Verfügung stehenden Impfstoff dürfen nur gesunde Hunde geimpft werden, die älter als sechs Monate sind. Außerdem sollten sie Leishmania-negativ getestet sein, den Leishmaniose-Erreger also nicht bereits in sich tragen.
- Möchte man mit seinem Hund ins Ausland fahren, sollte man ihn entsprechend frühzeitig impfen lassen. Denn bei dem in Deutschland verfügbarem Impfstoff setzt der Schutz vier Wochen nach der einmaligen Impfung ein.
- Die Wirkung der Impfung hält für zwölf Monate an. Wer einen anhaltenden Impfschutz wünscht, muss also nach einem Jahr nachimpfen.
- Der Impfstoff beeinträchtigt nicht den Nachweis von Antikörpern gegen den Erreger Leishmania infantum und ermöglicht so die Unterscheidung von geimpften und natürlich infizierten Hunden.
Stand: Januar 2023
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Zecken, die Krankheitserreger in sich tragen und damit eine besondere Gefahr für Hunde und Katzen darstellen, scheinen Kälte und Hitze besser zu überleben als Zecken, die nicht infiziert sind. Darauf weisen aktuelle Studien hin.
In einer Untersuchung aus den USA zeigte sich zum Beispiel, dass Ixodes-Zecken, die den Erreger der Anaplasmose in sich tragen, bei winterlichen Temperaturen ein Antifrost-Schutzenzym bilden, das ihre Überlebensrate im Vergleich zu nicht infizierten Zecken erhöht. In der Schweiz wurde zudem belegt, dass mit dem Borreliose-Erreger befallene Zecken weniger empfindlich auf Wärme und Trockenheit reagieren und zu einem deutlich höheren Anteil überleben als nicht infizierte Zecken.
Schlussfolgerung daraus ist, dass sowohl in kalten als auch in warmen und trockenen Monaten der Anteil riskanter Zecken, die Krankheiten auf Hunde und Katzen übertragen können, höher sein kann als es zu diesen Jahreszeiten zu erwarten wäre. ESCCAP empfiehlt daher insbesondere in Regionen, in denen mit Erregern infizierte Zecken vorkommen, Hunde und Katzen mit freiem Auslauf ganzjährig, also auch in Wintermonaten, mit einem Zeckenschutz zu behandeln.
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Hat sich mein Hund mit dem Leishmaniose-Erreger angesteckt? Diese Frage stellt sich TierhalterInnen, wenn sie mit ihrem Hund in bestimmten südlichen Ländern im Urlaub waren oder sie einen Hund von dort aus dem Tierschutz aufgenommen haben. Erfahren Sie hier, welche tiermedizinischen Möglichkeiten es gibt, um Ihren Hund auf Leismaniose zu testen.
Verbreitungsgebiet der Leishmaniose beim Hund und Testmöglichkeiten
Abbildung 1: Verbreitungsgebiete der Leishmaniose
Die Leishmaniose, ausgelöst durch den Erreger Leishmania infantum, wird über Stiche bestimmter Mücken übertragen. Abbildung 1 zeigt die Gebiete auf, in denen diese Mücken heimisch sind. Trotz vorbeugender Maßnahmen, wie z. B. Insektenschutz, kann es in diesen Regionen zu einer Ansteckung kommen. Wie aber kann man feststellen, ob sich ein Hund infiziert hat und den Leishmaniose-Erreger in sich trägt? Hierfür stehen grundsätzlich folgende Untersuchungen zur Verfügung:
- Bluttest auf Antikörper gegen den Leishmaniose-Erreger (frühestens sechs bis acht Wochen nach Reise/Import),
- Untersuchung von Gewebeproben (z. B. Lymphknoten, Knochenmark) unter dem Mikroskop zum Nachweis des Erregers in den Zellen,
- molekularbiologische Untersuchung (PCR) von Gewebeproben (z. B. Knochenmark) zum „genetischen“ Nachweis des Erregers.
Diagnostisches Vorgehen beim Verdacht auf Leishmaniose beim Hund
Welche Methoden geeignet sind, hängt davon ab, ob ein Hund gesund ist oder bereits Anzeichen einer Leishmaniose-Erkrankung zeigt, wie z. B. vergrößerte Lymphknoten, Gewichtsverlust, Schwäche, Haarausfall oder Hautveränderungen. Welche Untersuchungen in welcher Reihenfolge und Kombination in den jeweiligen Fällen empfohlen sind, zeigen die Abbildungen 2 a und b.
Abbildung 2a: Diagnostischen Vorgehen bei gesunden Hunden
Abbildung 2b: Diagnostischen Vorgehen bei Hunden mit Krankeitszeichen
Je nach Ergebnis der Untersuchungen kann das Tier gezielt gegen die Leishmaniose behandelt oder aber nach Plan wiederholt getestet werden. Liegen bereits Krankheitsanzeichen vor, können diese entweder der Leishmaniose zugeordnet werden, oder aber andere mögliche Ursachen verstärkt abgeklärt werden. In jedem Fall kann dem Hund nach einer sachgerechten „Testreihe“ die bestmögliche Behandlung zukommen.
In einer zweiseitigen Information hat ESCCAP jetzt die wichtigsten Fakten zur Bekämpfung von Spulwürmern bei Welpen, trächtigen und säugenden Hündinnen zusammengefasst.
Darin gibt ESCCAP nicht nur konkrete Empfehlungen für die sachgerechte Entwurmung von Muttertieren und Welpen, sondern geht gleichzeitig auch auf die Sorge vieler TierhalterInnen zu Nebenwirkungen von Wurmkuren ein und erläutert die Möglichkeiten von Kotuntersuchungen als Alternative zur medikamentösen Behandlung.
Die ESCCAP-TierhalterInnen-Information zur Entwurmung von trächtigen und säugenden Hündinnen und Hundewelpen finden Sie hier: Herunterladen der PDF-Datei
Zecken überwintern in Form von Eiern, Larven und Nymphen in oberen Erdschichten oder unter dichtem Laub. In ihre „Winterruhe“ begeben sich diese Zeckenstadien, wenn die Außentemperatur auf unter 6 – 8 Grad Celsius sinkt. Entscheidend ist dann, wie lange es kalt, also unter 6 – 8 Grad Celsius, bleibt. Denn sobald die Temperaturen im Frühjahr über 6 – 8 Grad Celsius steigen, werden die Zecken wieder aktiv. Ab diesem Zeitpunkt müssen Hunde und Katzen dann vor Zecken und von Zecken übertragenen Krankheiten geschützt werden.
Hartnäckige oder immer wiederkehrende Durchfälle bei Hunden und Katzen können von bestimmten einzelligen Parasiten, den Giardien, verursacht werden. Durchschnittlich jeder sechste Hund und jede achte Katze in Deutschland ist von Giardien befallen, berichtete Dr. D. Barutzki vom Tierärztlichen Labor Freiburg kürzlich auf einer parasitologischen Fachtagung in München. Betroffene Hunde und Katzen scheiden die Parasiten mit dem Kot aus, so dass Giardien über die Umwelt, verunreinigtes Wasser oder den Kontakt mit dem Kot von Artgenossen übertragen werden können. Zur Behandlung gegen die Parasiten gibt ESCCAP folgende Tipps:
- Wichtig ist, dass betroffene Tiere mit geeigneten Medikamenten in der richtigen Dosierung ausreichend lang behandelt werden. Besprechen Sie dies mit Ihrer tierärztlichen Praxis.
- Zusätzlich sollten gründliche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen rund um das Tier und im Haushalt vorgenommen werden. Bewährt hat sich dabei der Einsatz von Dampfreinigern. Alternativ kann die Reinigung mit heißem Seifenwasser (> 60 °C) erfolgen. Wichtig ist in beiden Fällen, dass die behandelten Flächen gründlich abtrocknen, weil die Giardien in Wasser überleben!
- Langhaarige Tiere sollten nach der Behandlung gründlich shampooniert werden, um einer erneuten Infektion vorzubeugen.
- Da die Rückfallquote hoch ist, sollte die Behandlung nach zwei bis drei Wochen wiederholt werden.
Besonders im Winter werden Hunde und Katzen bevorzugt von Flöhen befallen, die sich aus Eiern, Larven und Puppen innerhalb der eigenen Wohnung entwickeln. Da diese Entwicklungsstadien über 95 Prozent der gesamten Flöhe ausmachen, dürfen sie bei der Bekämpfung nicht vergessen werden. Grundsätzlich stehen dafür folgende Maßnahmen zur Verfügung:
- Ganzjährige Behandlung gegen Flöhe, so dass erwachsene Flöhe schnell abgetötet und an der Produktion neuer Eier gehindert werden.
- Saugen/Waschen von Schlaf- und Liegeplätzen.
- Behandlung der Umgebung mit Anti-Floh-Sprays oder Verdampfern.
- Behandlung der Tiere mit Arzneimitteln, die eine Weiterentwicklung des Flohnachwuchses verhindern (Wachstumshemmer).
Bei Tieren mit geringem Flohrisiko, z. B. begrenztem Zugang ins Freie und ohne Kontakt zu anderen Tieren, wird selten und in geringem Maße Flohbefall auftreten. Daher sind spezielle Umgebungsmaßnahmen nicht erforderlich, obwohl das Reinigen der Schlaf- und Liegeplätze allein aus hygienischen Gründen empfohlen ist.
Bei normalem Risiko, z. B. freiem Auslauf und Kontakt zu anderen Tieren, sollten Schlaf- und Liegeplätze regelmäßig gereinigt oder bei Flohbefall mit einem Umgebungsspray behandelt werden. Möglich ist auch die Anwendung von Arzneimitteln mit Wachstumshemmer. Bei hohem Risiko für einen anhaltenden Befall, z. B. in Tierheimen oder Zuchten, ist die Reinigung der Umgebung täglich vorzunehmen. Die Anwendung von Sprays, Verdampfern oder Arzneimitteln mit Wachstumshemmer ist bei Flohbefall innerhalb dieser Risikogruppe zusätzlich angezeigt.











