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Hunde und Katzen können immer wieder von Wurmbefall betroffen sein. In Deutschland sind bei diesen Haustieren vor allem verschiedene Arten von Spul-, Haken- und Bandwürmern von Bedeutung. Die Parasiten können bei den betroffenen Tieren starke gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen. Dazu gehören in erster Linie Magen- und Darmprobleme, die – vor allem bei Jungtieren – mit Durchfall und Erbrechen einhergehen. Als Folge der Infektion kann es zu Wachstumsstörungen, stumpfem Fell und anderen Mangelerkrankungen kommen. Ein starker Wurmbefall kann sogar tödlich für Hunde- und Katzenwelpen verlaufen. Zudem schadet eine Wurminfektion nicht nur der Gesundheit des Tieres, sondern kann zuweilen indirekt auch auf den Menschen übertragen werden. Aus diesem Grund ist eine konsequente Vorbeugung bzw. Kontrolle des Wurmbefalls besonders wichtig.
Verschiedene Ansteckungswege
Grundsätzlich können Haken- und Spulwürmer bei Hunden und Katzen aller Altersstufen vorkommen. Jungtiere können sich bereits im Mutterleib oder über die Muttermilch mit Spulwürmern der Mutter infizieren. Eine Infektion ist aber auch durch die Aufnahme von Wurmeiern aus der Umwelt möglich. Infiziert sich ein Tier mit Spul- oder Hakenwürmern, scheidet es, nach einer über mehrere Wochen verlaufenden Entwicklung zu erwachsenen Würmern im Hund bzw. der Katze, mikroskopisch kleine Wurmeier mit dem Kot aus. Diese reifen je nach Umweltbedingungen bereits in ein bis zwei Wochen zu infektiösen Eiern bzw. Larven heran und können teilweise über Monate, manchmal sogar Jahre in der Umwelt überdauern und ansteckend bleiben. Selbst wenn keine sichtbaren Kotspuren in der Umwelt mehr zu erkennen sind, können Wurmeier und -larven vorhanden sein. Diese können durch Tiere, Menschen, Erde und Wasser weitergetragen und so unbemerkt aufgenommen werden.
Besonders bei infizierten Welpen und Jungtieren kommt es zur Ausbildung erwachsener Würmer, während durch die sich bei älteren Tieren ausbildende Immunität die Entwicklung zu geschlechtsreifen Würmern weitgehend verhindert wird. Zusätzlich können sich Hunde und Katzen mit Bandwürmern anstecken, indem sie infizierte Flöhe oder Beutetiere, wie Mäuse, aufnehmen. Auch das Verfüttern von rohem Fleisch kann eine Infektionsquelle darstellen, wenn dieses mit entsprechenden Entwicklungsstadien von Bandwürmern infiziert ist und nicht sachgerecht eingefroren oder erhitzt wird.
Individuelles Ansteckungsrisiko
Aufgrund dieser unterschiedlichen Ansteckungswege ist das Risiko für einen Wurmbefall von Alter, Haltung und Ernährung des Haustieres abhängig. Das Ansteckungsrisiko für Hund oder Katze ist dementsprechend individuell zu ermitteln. Grundsätzlich gilt jedoch: Hunde und Katzen mit Zugang zum Freien oder mit Kontakt zu anderen Tieren haben ein höheres Ansteckungsrisiko als beispielsweise Katzen, die nur in der Wohnung gehalten werden. Trotzdem können sich auch Hauskatzen etwa über die Muttermilch oder durch infektiöse Wurmeier, die in die Wohnung getragen werden, infizieren. Zudem können manche Wurminfektionen durch von infizierten Haustieren ausgeschiedene Wurmstadien auf den Menschen übertragen werden. Die Ansteckung erfolgt dabei beispielsweise durch die Aufnahme von in der Umwelt vorhandenen Wurmeiern als so genannte Schmierinfektion über die Hand zum Mund.
Risikoeinschätzung mit dem ESCCAP-Entwurmungstest
Um gesundheitliche Risiken von Mensch und Tier zu vermeiden, ist die Bekämpfung von Würmern bei Haustieren von besonderer Bedeutung. Es sollten entweder regelmäßig Kotprobenuntersuchungen durchgeführt werden, um das Vorhandensein von Wurminfektionen festzustellen, oder Wurmkuren mit entsprechenden Präparaten angewendet werden, um einen Wurmbefall zu unterbinden. In welchen Abständen diese Maßnahmen angewendet werden sollten, hängt von dem individuellen Risiko des Hundes oder der Katze ab.
Neben und zusätzlich zu der Beratung der Tierärztin/des Tierarztes beantwortet ESCCAP TierhalternInnen auf www.esccap.de alle Fragen rund um das Thema Würmer und bietet einen kostenlosen Entwurmungstest an. Dieser gibt Auskunft über das Risiko eines Wurmbefalls der Haustiere und erstellt eine individuelle Entwurmungsempfehlung für diese. Das Ergebnis des Online-Tests kann ausgedruckt und zum nächsten Besuch bei der Tierärztin/beim Tierarzt mitgenommen werden. Zudem kann dabei eine Erinnerungsfunktion genutzt werden, die den TierhalterInnen per E-Mail rechtzeitig an den nötigen Besuch in der tierärztlichen Praxis zur Entwurmung erinnert.
Für bestimmte Hunde und Katzen empfiehlt ESCCAP eine monatliche Entwurmung. Immer wieder fragen TierhalterInnen bei ESCCAP an, worauf sich diese Empfehlung stützt. Hierzu folgende Hintergründe:
1. Eine monatliche Entwurmung bzw. Kotuntersuchung wird ausdrücklich nur für Tiere mit hohem Infektionsrisiko empfohlen, d. h. bei Tieren, die z. B. freien Auslauf ohne Aufsicht haben, den Kot von Artgenossen, Beutetiere, rohes Fleisch (BARF) bzw. Aas fressen oder als Jagdhund geführt werden. Diese Empfehlung basiert auf wissenschaftlichen Fakten: Sehr hohes Ansteckungsrisiko kombiniert mit einem Entwicklungszyklus der relevanten Würmer in Hund oder Katze von rund vier Wochen. Das monatliche Vorgehen ist daher aus rein wissenschaftlicher Sicht richtig, wenn im Alltag auch nicht immer durchzusetzen oder erwünscht.
2. Ist das Infektionsrisiko eines Tieres geringer, helfen auch weniger häufige Maßnahmen, um Tiere und Menschen weitgehend zu schützen und eine Kontamination der Umwelt mit infektiösen Wurmeiern eindämmen zu können. Welchen Spielraum man hier nutzt, ist eine individuelle Entscheidung. Studien haben aber gezeigt, dass vier Maßnahmen pro Jahr nicht unterschritten werden sollten.
3. Sind Wurmkuren nicht gewünscht, können selbstverständlich alternativ auch Kotuntersuchungen vorgenommen werden. Diese müssen dann aber ebenso häufig und regelmäßig durchgeführt werden, um einen Wurmbefall so schnell wie möglich erkennen und behandeln zu können. Die Kosten sind vergleichbar. Es geht also nicht darum, „Wurmkuren anzuwenden“, sondern Maßnahmen zu treffen, die Tier und Mensch sinnvoll schützen. Bei einem erhöhtem Risiko für Bandwurminfektionen (etwa durch Fressen von Mäusen, Aas, rohem Fleisch) sind Kotuntersuchungen keine Option, weil sich Bandwurminfektionen im Kot nicht zuverlässig nachweisen lassen.
4. Unverzichtbar ist eine monatliche Entwurmung dann, wenn Sie eine Garantie dafür haben möchten, dass Ihr Tier „wurmfrei“ ist und keine für den Menschen ansteckenden Wurmstadien ausscheidet. Auch bei Therapiehunden oder Tieren, die z. B. im Umfeld immunsupprimierter Personen gehalten werden, sind monatliche Maßnahmen zu empfehlen.
Die ESCCAP-Empfehlungen sind also nicht als Vorschrift zu verstehen, sondern als sachliche Information zur Orientierung für die Praxis. Und sollte ein Fall nicht „ins Schema“ passen, so stehen wir hier gern mit individuellem Rat zur Seite, denn letztlich lässt sich für jeden Fall eine passende Lösung finden.
Wie häufig Kotuntersuchungen oder Wurmkuren vorgenommen werden sollten, hängt von der Haltung, Ernährung und Nutzung des Vierbeiners ab. Welche Abstände beim eigenen Tier empfohlen sind, können Hunde- und KatzenhalterInnen in einem Online-Test ermitteln.
Wenn Ihr Hund Kot frisst ist das nicht nur sehr unangenehm, Ihr Hund kann durch die Aufnahme verschiedener Krankheitserreger oder Parasiten wie Spulwürmern, Giardien oder Salmonellen auch erkranken. Zudem können Hunde so zu einer Infektionsquelle für ihre Umgebung werden. Für bestimmte Hunderassen kann Kotfressen unter Umständen sogar zu schweren Erkrankungen führen. Erfahren Sie hier, worauf in solchen Fällen zu achten ist.
„Kotfressen geht nicht nur mit einer erhöhten Infektionsgefahr für den Hund einher sondern ist auch ein hygienisches Problem für den Umgang mit dem Hund und kann in bestimmten Situationen sogar zu schwerwiegenden akuten Erkrankungen führen, so dass dem Hund dieses Verhalten dringend abgewöhnt werden sollte. Gefährlich werden kann die Aufnahme von Pferdekot, wenn nämlich die betreffenden Pferde zuvor mit makrozyklischen Lactonen (in bestimmten Wurmkuren) behandelt wurden. Insbesondere für Hunde mit MDR1-Gendefekt – dieser Defekt tritt häufiger bei bestimmten Hunderassen wie Collies, Shetland Sheepdog, Australien Shepherd oder Deutschem Schäferhund auf und führt zu einer Überempfindlichkeit gegenüber manchen Arzneimitteln.“, rät der Veterinärparasitologe Prof. Dr. Georg von Samson‐Himmelstjerna, Mitglied und bis 2025 Vorsitzender der Expertenorganisation ESCCAP Deutschland sowie Direktor des Instituts für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin. Worauf Sie sonst noch achten und was Sie tun sollten, wenn Ihr Hund Kot frisst, erfahren hier:
Koprophagie, wie Kotfressen wissenschaftlich genannt wird, kann auch körperliche Ursachen haben, wie beispielsweise eine Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Zudem ist es wichtig, bei Koprophagie auf eine konsequente Hund- und Handhygiene zu achten. „Sie können selbst bereits einiges für Ihren Hund tun“, erklärt der Experte. „Grundsätzlich ist es hilfreich, für eine ausreichende Hygiene zu sorgen und Hundehaufen umgehend zu entfernen. Durch Anleinen hindern Sie Ihren Hund am Stöbern und ein Maulkorb unterbindet in dieser Phase das Kotfressen.“
Liegen keine körperlichen Ursachen zugrunde, dann sind verhaltenstherapeutische Maßnahmen durch einen Hundetrainer/eine Hundetrainerin sinnvoll. Hier rät Veterinärparasitologe von Samson-Himmelstjerna, stressige Situationen für den Hund zu vermeiden und insbesondere für ausreichend Beschäftigung zu sorgen. Sein Tipp: „Lassen Sie Ihren Hund beim Gassi-Gehen beispielsweise den Futterbeutel tragen.
Vorsicht bei der Anwendung von im Internet angepriesenen Hausmitteln wie Heilerde, Hefe oder Pfeffer. Die Anwendung von solchen Hausmitteln ist wissenschaftlich nicht untersucht, weshalb weder ein Nutzen nachgewiesen noch eine Schädlichkeit für Ihren Hund ausgeschlossen werden kann – so Prof. von Samson-Himmelstjerna. Als gute Akuthilfe gegen Kotreste im Schnauzenbereich stellt das Fressen eines ganzen Apfels dar, da so auch die Zahnzwischenräume gesäubert werden können.
Stand: März 2026
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Kostenfreier Online-Entwurmungstest
Pferdeställe und -weiden bieten Lebensraum für innere Parasiten wie verschiedene Würmer. Es besteht deshalb das Risiko, dass Pferde sich dort mit diesen Parasiten anstecken. Um dem vorzubeugen, finden Sie folgend einen zusammengefassten Leitfaden zur Hygiene im Pferdestall und auf der Weide.
Die ansteckenden Entwicklungsformen parasitärer Würmer – also ihre Eier oder Larven – gelangen über den Kot des Pferdes in dessen Umgebung. Dort überleben sie oft viele Monate. Besonders gut entwickeln sich die Parasitenstadien bei milden Temperaturen und wenn es feucht ist, zum Beispiel nach Regen oder auf taunassen Wiesen. Selbst bei sehr ungünstigen Bedingungen ist es möglich, dass die infektiösen Stadien über Monate hinweg überleben. Als Folge besteht für Pferde in Stall- oder Weidehaltung ein hohes Risiko, sich mit parasitären Würmern zu infizieren. Unabhängig von der Nutzung kommen alle Pferde im Verlauf ihres Lebens mit Parasiten in Kontakt. Daher ist es wichtig, bei der Parasitenbekämpfung nicht nur auf eine zielgerichtete Entwurmung zu achten und Pferde regelmäßig zu entwurmen, sondern zusätzlich mit einigen Tipps und Tricks eine gute Stall- und Weidehygiene einzuhalten. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Würmer bei Pferden trotz Wurmkur auftreten können.
Parasiten wie Spulwürmer, Bandwürmer oder Pfriemenschwänze können bei Pferden zu erheblichen Symptomen führen und ihre Gesundheit stark beeinträchtigen. Zum Beispiel wandern die Wurmlarven von Strongylus vulgaris in Gefäßwände ein, die der Spulwürmer durch innere Organe wie die Leber oder Lunge. Das kann zu Blutgerinnseln, lebensbedrohlichen Koliken und schweren Organschäden führen. Daneben kommt es je nach Art des Parasiten und Stärke des Befalls unter anderem zu anhaltenden Darmentzündungen, Abmagerung, Kolik und Durchfall. Teilweise ist bei betroffenen Pferden lediglich ein geschwollener Bauch (Wurmbauch) zu erkennen (Spulwürmer). Ein passendes Entwurmungsmanagement ist daher unabdingbar.
Die infektiösen Stadien parasitischer Würmer, nämlich deren Eier oder Larven, befinden sich in der Umwelt und gelangen bei der Nahrungsaufnahme oder durch die Körperpflege in den Verdauungstrakt der Pferde. Im betroffenen Tier entwickeln sie sich je nach Art über mehrere Larvenstadien bis zu erwachsenen (adulten) Würmern. Am Ende ihrer Entwicklung produzieren die ausgewachsenen Würmer zahlreiche Eier, die das Pferd mit dem Kot ausscheidet und die so in die Umgebung gelangen. In oder aus den Eiern entwickeln sich zunächst Larven, die ab einem gewissen Entwicklungsstadium infektiös, also ansteckend, sind. Manche Parasiteneier (z. B. die einer Bandwurmart) müssen, um ihre Entwicklung abschließen zu können, von einem Zwischenwirt (in diesem Fall Moosmilben) aufgenommen werden.
Im Verdauungstrakt von Pferden kommen unterschiedliche Wurmarten vor, die sich auf verschiedene Weisen entwickeln. Typische Wurmarten beim Pferd sind beispielsweise kleine und große Strongyliden sowie Spulwürmer, die zur Gruppe der Fadenwürmer (Nematoden) gehören.
Ausführliche Informationen zu den einzelnen Parasiten, ihren Entwicklungswegen und möglichen Symptomen eines Befalls finden Sie in unserem Artikel Welche Würmer gibt es beim Pferd? und in der deutschen ESCCAP-Empfehlung Nr. 8: Empfehlungen zur Behandlung und Kontrolle gastrointestinaler Parasiten bei Pferden und anderen Equiden.
Um Pferde möglichst vor einem Parasitenbefall und seinen möglichen Folgen zu schützen, sind regelmäßige Kotprobenuntersuchungen und Behandlungen mit einer Wurmkur für das Pferd (Anthelminthikum) empfohlen. Wie oft das Pferd eine Wurmkur erhält, sollte unter anderem angepasst werden an:
Es ist ratsam, nicht nur stark verwurmte Pferde zu entwurmen, um die Gefahr von Infektionen im Bestand möglichst gering zu halten. Mit der passenden Wurmkur für das Pferd halten sich auch die Kosten der Behandlung in Grenzen.
Abhängig von der Region der Pferdehaltung und der Wurmart nehmen Resistenzen gegen Entwurmungsmittel zu. Das bedeutet, dass sich manche Wurmarten nicht mehr durch bestimmte Wirkstoffe bekämpfen lassen. Um der Verbreitung dieser Resistenzen entgegenzuwirken, ist es sinnvoll, eine Wurmkur beim Pferd zielgerichtet einzusetzen. So lässt sich außerdem das Risiko dafür verringern, dass Würmer bei Pferden trotz Wurmkur auftreten.
Ausführliche Informationen zur Entwurmung von Pferden finden Sie beispielsweise in den ESCCAP-Beiträgen „Wie oft sollte man Pferde entwurmen oder auf Wurmbefall untersuchen?“, „Selektive oder strategische Entwurmung? Keine Frage der Nachhaltigkeit, sondern der Anwendbarkeit“ oder der ESCCAP-Pferde-Empfehlung.
Der wichtigste Schritt in der Stallhygiene ist es, die Boxen regelmäßig auszumisten und die Stallgassen abzuäppeln. Im besten Fall erfolgt die Entfernung der Pferdeäpfel täglich, mindestens jedoch zweimal pro Woche. So lässt sich die Zahl der infektiösen Wurmstadien möglichst gering halten.
Da tägliches Ausmisten bei Tiefstreusystemen schwer umsetzbar ist, sollte man die Matratzenstreu mehrmals pro Jahr, mindestens jedoch einmal jährlich, vollständig austauschen. In diesem Zusammenhang ist es ratsam, die geleerte Box gründlich mechanisch oder mit Dampf zu reinigen. Mindestens einmal pro Jahr sollte eine Stalldesinfektion mit einem gegen Parasiten beim Pferd wirksamen Desinfektionsmittel erfolgen. Diesbezüglich kann man für den jeweiligen Fall und Stall tierärztlichen Rat einholen.
Da sich Wurmeier und Larven in warmer und feuchter Umgebung am besten entwickeln, spielt das Stallklima eine Rolle bei der Parasitenbekämpfung. In einer trockenen Umgebung überleben infektiöse Stadien deutlich schlechter. Maßnahmen wie
Auch die Fütterung beeinflusst, wie gut sich Wurminfektionen vermeiden lassen. Pferde sollten ihr Heu möglichst nicht vom Boden fressen, weil sich dort häufig die Parasitenstadien befinden. Besser ist es, das Heu in Raufen oder anderen passenden hängenden bzw. hochgelagerten Futterstellen anzubieten. Außerdem sollten Tränken und Futterplätze regelmäßig komplett geleert, gründlich gereinigt und bei Bedarf desinfiziert werden.
Bei einem Befall mit Pfriemenschwänzen (Oxyuris equi) hilft es, den Bereich des Afters und der Schweifrübe betroffener Pferde täglich mit warmem Wasser und einem milden Desinfektionsmittel zu reinigen. Anhaftende Eier lassen sich so entfernen und der Juckreiz durch das klebrige Sekret der Würmer lindern.
Um einen Pferdestall wirksam zu desinfizieren, ist es nötig, ein geeignetes Desinfektionsmittel zu wählen. Eine Liste an geprüften und empfohlenen Mitteln wird von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) zur Verfügung gestellt. Darauf zu finden sind auch feste Desinfektionsmittel wie Pulver für die Stallhygiene beim Pferd.
Damit die Desinfektionsmittel richtig wirken, müssen folgende Herstellerangaben beachtet werden:
Zudem ist es wichtig, die Desinfektionsmittel nur auf saubere Flächen (ohne Mist und Dreck) aufzubringen, da sie sonst nicht richtig wirken können. Nicht jedes Desinfektionsmittel wirkt zuverlässig gegen Wurmeier. Deshalb ist es beispielsweise nicht sinnvoll, den Pferdestall mit Essig zu desinfizieren.
Weideflächen stellen ein großes Ansteckungsrisiko dar, da Pferde die Parasitenstadien beim Grasen aufnehmen, die zuvor mit dem Kot auf die Weide gelangt sind. Deshalb lohnt es sich, den Kot auf der Weide so oft wie möglich zu entfernen – je häufiger, desto geringer der Infektionsdruck. Am wirkungsvollsten ist es, die Weide täglich abzuäppeln. Spezielle Geräte wie Mist-Sauger erleichtern bei großen Flächen die Weidepflege. Diese Maßnahmen zur Pflege der Pferdeweide sind das ganze Jahr über, auch im Herbst, unerlässlich.
Viele ansteckende Stadien der Parasiten bei Pferden überleben auch niedrige Temperaturen, sodass eine Ansteckung selbst im Winter möglich ist. Durch gefrorenen Boden beispielsweise nehmen Pferde jedoch weniger oder kein Gras auf. Umstände wie Kälte, Glätte, eingeschränkter Trinkwasserzugang durch gefrorene Tränken und nährstoffarmes Weidegras stellen für die Pferde eher ein Risiko im Winter dar.
Folgende Maßnahmen können helfen, die Parasitenlast auf der Pferdeweide zu senken:
Frischer Pferdemist ist als Dünger auf Weiden ungeeignet, da er Wurmstadien enthalten kann. Wenn eine Düngung mit Pferdemist trotzdem gewünscht ist, sollte dieser zuvor fachgerecht kompostiert worden sein. Entscheidend ist dabei, dass im Misthaufen ausreichend hohe Temperaturen von mehr als 40 °C über zwei Wochen oder höhere Temperaturen bis zu 70 °C entstehen, was die ansteckenden Parasitenstadien abtötet. Erreichen lassen sich diese Temperaturen beispielsweise durch Verdichtung und regelmäßiges Umschichten der Kompostmasse.
In manchen Betrieben wird im Frühjahr Kalkstickstoff als Dünger auf die Pferdeweide ausgebracht. Der Stoff besteht aus Calcium-Cyanamid, das bei Kontakt mit Wasser Cyanamid freisetzt. Als Folge wird zunächst durch die giftige Wirkung Unkraut zerstört, und auch Larven oder Eier einiger Weideparasiten lassen sich durch diese Maßnahme reduzieren. Der Dünger schadet zudem den Zwischenwirten einiger Parasiten. Außerdem wirkt Kalkstickstoff auf der Weide gleichzeitig der Bodenversauerung entgegen, und das Gras wächst dichter. Wichtig zu beachten ist, dass Pferde nach dem Kalken der Weide erst nach einer Wartezeit von zwei bis drei Wochen Zugang zur gedüngten Weide erhalten, sodass keine schädlichen Reste des Kalkstickstoffs mehr auf der Weide sind. Durch das Kalken der Weide gegen Würmer können jedoch auch Futterkräuter zerstört werden. Unter Umständen ist für eine Wirkung gegen Würmer außerdem eine höhere Dosierung des Kalkstickstoffs nötig, was zu einer weiteren Steigerung der Kosten führt. Grundsätzlich sollte das Kalken der Weide nur eine unterstützende Maßnahme sein und ersetzt keine angepasste Entwurmung des Pferdes.
Jedes neue Pferd im Bestand, egal woher es kommt, sollte grundsätzlich zunächst getrennt in Quarantäne unterkommen und eine Entwurmung erhalten. Nach fünf bis sieben Tagen findet eine Kotuntersuchung statt, und es zeigt sich, ob das Pferd Parasiten hat. Erst nach einer erfolgreichen Behandlung und der Untersuchung, die keine Parasiteneier im Kot nachweist, darf das Pferd zu den Artgenossen und auf die Weide. Durch dieses Vorgehen reduziert sich das Risiko, neue Parasitenarten oder resistente Wurmstämme in den Betrieb einzuschleppen.
Neben den üblichen Maßnahmen zur Parasitenkontrolle gewinnen alternative Ansätze an Bedeutung. In Australien und den USA gibt es bereits ein Produkt, welches den Pilz Duddingtonia flagrans enthält. In der EU ist dieses Ergänzungsfuttermittel noch nicht zugelassen, befindet sich aber aktuell im Prozess zur Zulassung. Der Pilz wird vom Pferd über das Futter aufgenommen, passiert den Darm und landet schließlich im Kot. Dort macht er einen Großteil der Strongyliden-Larven unschädlich, noch bevor sie auf die Weide gelangen und infektiös werden.
Langfristig führt das zu einem geringeren Wurmbefall beim Pferd und einer geringeren Belastung der Weiden. Der Pilz reduziert nur Parasitenlarven in der Umgebung und wirkt nicht als Entwurmung im Pferd selbst. Zu Beginn der Fütterung der Pilzsporen ist es ratsam, die Pferde zu entwurmen. Eine regelmäßige Kotprobenuntersuchung ist jedoch unverzichtbar, besonders bei einem Nachweis anderer Wurmarten wie dem Spulwurm oder dem Bandwurm, die zum Wurmbauch beim Pferd führen können. Dieser Ansatz könnte helfen, den Einsatz von Wurmkuren beim Pferd gegen kleine Strongyliden zu reduzieren und Resistenzen entgegenzuwirken.
Weitere Informationen zu Vorkommen, Biologie, Klinik, Diagnose und Therapie der wichtigsten gastrointestinalen Parasiten finden Sie in der ESCCAP-Guideline „Empfehlungen zur Behandlung und Kontrolle gastrointestinaler Parasiten bei Pferden und anderen Equiden“.
Stand: Dezember 2025
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