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Zecken beim Hund

Zecken zählen zu den äußeren Parasiten, die nicht nur das Blut ihrer Wirte saugen, sondern auch verschiedene Krankheiten übertragen können. Um eine Ansteckung zu verhindern, ist es wichtig, einem Zeckenbefall vorzubeugen und vorhandene Zecken sachgemäß zu entfernen. Erfahren Sie hier unter anderem, welche Zeckenarten in Deutschland häufig vorkommen und wie Sie einem Zeckenbefall beim Hund vorbeugen.

Einleitung

Welche Zecken befallen Hunde und wie sehen sie aus?

Wann kommen Zecken vor, und welche Krankheiten können sie übertragen?

Was hilft gegen Zecken bei Hunden?

Wo sitzen Zecken bei Hunden?

Wie entfernt man Zecken bei Hunden?

Zecke beim Hund nicht richtig entfernt – was nun?

Wie kann man Zecken beim Hund vorbeugen?

FAQ

Einleitung

Zecken sind Parasiten, die Hunde, aber auch Katzen und andere Wirbeltiere sowie Menschen befallen, um dort für eine bestimmte Zeit Blut zu saugen. Wie lange eine Zecke auf einem Hund bleibt, richtet sich nach ihrem Entwicklungsstadium und variiert zwischen zwei bis 14 Tagen. 

Ein Zeckenstich kann für Hunde sehr gefährlich sein. Grund hierfür ist, dass Zecken verschiedene Krankheitserreger wie einzellige Parasiten, Bakterien, oder Viren übertragen können. 

Am häufigsten werden Hunde in Europa von Zecken der Familie Ixodidae (Schildzecken) befallen. Diese übertragen unter anderem Krankheiten wie die Babesiose oder Anaplasmose. Je nachdem, welche Krankheit die Zecke auf den Hund übertragen hat, variieren die auftretenden Symptome. 

Obwohl einige Zecken zur selben Zeckenfamilie gehören, unterscheiden sie sich äußerlich teils deutlich voneinander. So weisen sie entsprechend ihrer Art charakteristische Färbungen und Muster auf. 

Welche Zecken befallen Hunde und wie sehen sie aus?

Die wichtigsten Zecken bei Hunden in Deutschland sind der Holzbock (Ixodes ricinus) und die Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus). Vorrangig in Südeuropa vorkommend ist die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). 

Diese drei Zeckenarten sind zwischen etwa drei und fünf Millimeter groß und gehören alle zur Familie der Schildzecken. Sie besitzen eine unterschiedliche Färbung von Schild und Rücken, die zudem innerhalb der jeweiligen Arten variieren kann. Sie sehen beispielsweise so aus: 

Bild: Holzbock, Ixodes ricinus (Linnaeus, 1758), Foto von Richard Bartz CC-BY-SA-2.5.

Bild: Wiesenzecke, Dermacentor reticulatus, männlich, Foto von Rainer Altenkamp, Berlin, CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0

Bild: Braune Hundezecke, Rhipicephalus sanguineus, Foto von gailghampshire aus Cradley Malvern, GB. CC-BY-2.0

Wann kommen Zecken vor, und welche Krankheiten können sie übertragen?

Der Holzbock (Ixodes ricinus) kommt am häufigsten zwischen März und Juni und von September bis Oktober vor, ist aber auch im Hochsommer und an milden Wintertagen aktiv. Ist der Holzbock mit entsprechenden Erregern infiziert, kann er die Anaplasmose und Borreliose (Lyme-Borreliose) auf Hund, Katze und Mensch übertragen. 

Die durch den Erreger Anaplasma phagocytophilum ausgelöste Anaplasmose verursacht beim Hund beispielsweise: 

  • Appetitlosigkeit 
  • Fieber 
  • blasse Schleimhäute (z. B. sichtbar am Zahnfleisch) 
  • Durchfall und Erbrechen 
  • Humpeln 
  • vergrößerte Lymphknoten 

Borreliose kann beim Hund unter anderem zu Gelenkentzündungen führen, wodurch der Hund humpelt. Die meisten Hunde entwickeln jedoch keine sichtbaren Symptome. 

Zudem überträgt I. ricinus in manchen Regionen Deutschlands das Virus, das die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) hervorruft. Bei dieser durch Zecken übertragenen Krankheit entwickelt der Hund gegebenenfalls Fieber und einen unsicheren Gang. Weitere mögliche Symptome sind andere neurologische Symptome wie Verhaltensänderungen und vermehrte Schmerzempfindlichkeit. 

Die Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus) zählt zu den Buntzecken und ist bereits bei Temperaturen wenig oberhalb des Gefrierpunkts aktiv, weshalb ihre Hauptsaison früher im Jahr beginnt und später endet als die des Holzbocks. So ist sie bereits im Februar und im Herbst bis in den November deutlich aktiv. Wegen ihrer Kältetoleranz ist sie auch an milden Wintertagen stärker aktiv als der Holzbock, selbst nach nächtlichem Bodenfrost. Die Wiesenzecke befällt vorwiegend Hunde, nur selten werden Katzen oder Menschen gestochen. 

Infizierte Wiesenzecken können die Babesiose auf Hunde übertragen – eine durch den Erreger Babesia canis verursachte Erkrankung, die unter anderem mit Fieber, Blutarmut, Gelbsucht und rotgefärbtem Urin einhergehen und unbehandelt zum Tod des Hundes führen kann. 

Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) kommt in Deutschland bisher nur in Innenräumen vor (z. B. Tierheimen oder Tierpensionen), dafür ist sie in diesen geschützten Bereichen ganzjährig aktiv. 

Es gibt zahlreiche Erkrankungen, die sie auf den Hund übertragen kann, beispielsweise: 

  • Babesiose (verursacht durch den Erreger Babesia vogeli) 
  • Hepatozoonose 
  • Ehrlichiose 
  • Anaplasmose (verursacht durch den Erreger Anaplasma platys) 

Viele dieser Erkrankungen haben mitunter schwerwiegende Folgen für die Gesundheit des betroffenen Hundes. Sie erfordern deshalb eine tierärztliche Behandlung. Trotz ihres Namens befällt die Braune Hundezecke nicht nur Hunde, sondern auch Katzen und Menschen. 

Es geht beim Zeckenschutz also nicht um den Zeckenstich selbst, denn dieser hat für den Hund meist kaum Folgen. Es sind die teilweise lebensbedrohlichen Erkrankungen wie die Babesiose, Anaplasmose oder auch Borreliose, vor denen Sie Ihren Hund schützen sollten. 

Nicht jeder Kontakt mit einer infizierten Zecke führt zu einer Infektion und nicht jede Infektion zu einer schweren Krankheit. Da in Deutschland aber sehr viele Zecken mit übertragbaren Krankheitserregern infiziert sind, haben Hunde mit regelmäßigem Auslauf im Freien jedoch ein insgesamt erhöhtes Infektionsrisiko. 

Daher sollten Sie bei Ihrem Hund konsequent und ganzjährig für einen wirksamen Zeckenschutz sorgen. 

Infofilm: Babesiose beim Hund erkennen

Dieses Video erklärt, woran man die Babesiose beim Hund erkennt, ob sie behandelbar ist und wie sie übertragen wird.

Was hilft gegen Zecken bei Hunden?

Um Hunde vor Zecken zu schützen, sollten Hunde mit regelmäßigem Auslauf im Freien vorbeugend gegen Zecken behandelt werden. Wichtig ist, dass dabei ausschließlich ein Zeckenschutz-Präparat angewendet wird, das für Hunde zugelassen ist. Dies sollte ganzjährig angewendet werden, da Zecken in milden Wintern mittlerweile ganzjährig aktiv sind. Zusätzlich sollte der Hund nach jedem Spaziergang auf Zecken abgesucht werden. Dies ist als alleinige Maßnahme aber keinesfalls zu empfehlen, da Studien gezeigt haben, dass angeheftete Zecken oft erst mehrere Tage nach Beginn des Saugakts gefunden werden – zu spät, um eine Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. 

Hunde, die nur beschränkten oder gar keinen Auslauf im Freien haben, können alternativ täglich intensiv auf vorhandene Zecken untersucht werden. Wird eine Zecke aufgefunden, ist diese sofort zu entfernen. Zusätzlich sollte in solchen Fällen ein zugelassenes Zeckenschutz-Präparat angewendet werden, da weitere Zecken vorhanden sein könnten. 

Die in Deutschland heimischen Zecken sind klein und insbesondere ihre Jugendstadien leicht zu übersehen. Erst wenn eine adulte Zecke mit Blut vollgesaugt ist, erreicht sie etwa die Größe eines Kirschkerns und ist im Hundefell oft gut zu sehen oder zu ertasten. 

Der Holzbock kann dabei eine Größe von bis zu einem Zentimeter erreichen. Eine Übertragung von Krankheitserregern hat bei dieser Größe aber schon stattgefunden. Bei Hunden mit sehr dichtem und/oder langem Fell ist es besonders schwer, die kleinen Parasiten zu finden. 

Hinsichtlich des Zeckenschutzes wenden Sie sich an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt. Diese sind kompetente Ansprechpersonen, die bei der Entscheidungsfindung des Zeckenschutzes für Ihren Hund unbedingt zurate gezogen werden sollten. 

Wo sitzen Zecken bei Hunden?

Zecken warten in der Vegetation, zum Beispiel auf Grashalmen, darauf, dass ein Wirt wie Hund, Katze oder Mensch vorbeiläuft. Das heißt: Immer, wenn Sie mit Ihrem Hund im Freien unterwegs sind, können Zecken von Gräsern und Gebüsch auf das Hundefell abgestreift werden. 

Wenn sie erst einmal auf dem Wirt sind, wandern sie auf dem Körper weiter, bis sie eine geeignete Stelle zum Saugen finden. Dass Zecken sich von Bäumen fallen lassen, ist ein Mythos. 

Grundsätzlich können Zecken überall auf dem Körper des Hundes auftreten. Bevorzugt setzen sie sich aber oft an bestimmten Körperstellen fest. Häufig betroffen sind: 

  • Kopf 
  • Ohren (auch Innenseite) 
  • Hals 
  • Achseln 
  • Leistengegend 

Aber auch am Rücken, Beinen und im Genitalbereich werden Zecken nicht selten gefunden. Entdecken Sie bei Ihrem Hund eine Zecke, sollten Sie diese umgehend entfernen, um eine Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. 

In der Regel dauert es einige Stunden bis mehrere Tage, bis die Zecke Krankheitserreger überträgt. Es ist wichtig, zu bedenken, dass die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung deutlich steigt, je länger der Saugakt andauert. 

Da man meist nicht weiß, wie lange sich die Zecke schon auf dem Tier aufhält, sollten Sie den Parasiten unbedingt zeitnah entfernen.

Bild: Größenvergleich zwischen einer männlichen Zecke und einem Streichholzkopf, Foto von André Karwath, CC-BY-SA-2.5

Bild: Vollgesogene Zecke im Hundefell, Foto von Losch/Biologie, CC

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Wie entfernt man Zecken bei Hunden?

Um eine Zecke bei Ihrem Hund sicher und erfolgreich zu entfernen, sind geeignete Instrumente notwendig, etwa eine Zeckenzange. Mit den bloßen Fingern sollten Sie eine Zecke wenn möglich nicht entfernen, denn dies bringt die Gefahr mit sich, dass die Zecke dabei gequetscht wird. Dadurch gelangen möglicherweise Krankheitserreger in den Stichkanal. 

Abzuraten ist ebenso davon, Zecken beim Hund mit Öl, Alkohol, Klebstoff oder Äther zu entfernen. Auch damit steigt das Risiko der Erregerübertragung. 

Bild: © vetproduction GmbH

Zecken sind in der Haut durch ihren mit Widerhaken besetzten Stechapparat befestigt. Man sollte sie daher gleichmäßig und nicht zu heftig aus dem Stichkanal nach oben herausziehen, damit sie sich lösen können. 

Ein Drehen der Zecke ist nicht empfohlen, da dabei häufig Teile der Zecke in der Haut steckenbleiben. Besser ist es, die Zecke nahe an der Haut zu fassen und gleichmäßig von der Einstichstelle geradeheraus wegzuziehen. Es dauert gegebenenfalls eine halbe Minute, bis sich die Zecke löst. Dann aber gleitet sie in der Regel leicht aus der Haut. 

Nach dem Entfernen sollten Sie die Zecke unschädlich machen und entsorgen. Sie können die Zecke entweder in hochprozentigen Alkohol (> 40 %), Chlorreiniger oder Desinfektionsmittel werfen oder sie mit einem Streichholz oder Feuerzeug töten. Alternativ können Sie die Zecke in Klebeband eingewickelt entsorgen oder sie mit einem festen Gegenstand wie einem Glas zerdrücken. Dies ist wegen der harten Umhüllung der Zecke aber mitunter etwas schwierig und bei vollgesogenen Zecken nicht zu empfehlen. Zerquetschen Sie den Parasiten nicht mit den bloßen Händen. 

Zecke beim Hund nicht richtig entfernt – was nun?

Wenn Sie eine Zecke bei Ihrem Hund nicht oder nicht vollständig entfernen können, suchen Sie zeitnah Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt auf. Je nachdem, ob die Zecke noch intakt ist, kann es weiterhin zur Übertragung von Krankheitserregern kommen. 

Dabei gilt grundsätzlich: Je länger eine Zecke in der Haut sitzt, desto höher ist das Risiko für eine Übertragung von Krankheitserregern. Wann eine infizierte Zecke mit ihrem Speichel Krankheitserreger überträgt, variiert zeitlich stark. 

Da es nach dem Stich aber oft Stunden bis Tage bis zur Übertragung von Krankheitserregern dauert, sollten Sie dieses potenzielle Zeitfenster zum Schutz des Hundes nutzen. 

Sicherlich sind nicht alle Zecken von Krankheitserregern infiziert, nur lässt sich dies meist erst bei Ausbruch einer Krankheit mit Sicherheit feststellen. Um das Risiko zu minimieren, sollte man einen Zeckenbefall des Hundes vorbeugend vermeiden. Ist eine Zecke nicht mit einem Krankheitserreger infiziert, ist der Zeckenstich meist harmlos und ohne gesundheitliche Folgen für den Hund. 

Wird eine Zecke nicht sachgerecht entfernt, entwickeln sich mitunter in der Haut kleine entzündliche Reaktionen. Auch entzündet sich möglicherweise die durch den Zeckenstich verursachte Wunde. In beiden Fällen heilt aber meist alles problemlos ab. 

Sehr selten kommt es vor, dass sehr viele Zecken den Hund gleichzeitig befallen. Durch das Blutsaugen kann dann unter bestimmten Umständen und vor allem bei Welpen eine Blutarmut (Anämie) entstehen. 

Wie kann man Zecken beim Hund vorbeugen?

Das Risiko eines Zeckenbefalls und damit für eine Erkrankung eines Hundes hängt von verschiedenen Risikofaktoren ab. Der wichtigste ist dabei der Aufenthalt im Freien. Hunde mit Kontakt zu höher gewachsenem Gras oder anderer Vegetation bzw. Gebüsch sind besonders gefährdet. 

Bei jedem Hund mit regelmäßigem Aufenthalt in der Natur empfiehlt sich daher ganzjährig die konsequente und sachgerechte Anwendung von wirksamen Zeckenschutzmitteln. 

Wenn Sie eine Zecke bei Ihrem Haustier entdecken, empfiehlt sich auf jeden Fall eine Behandlung mit einem geeigneten Zeckenschutz-Präparat. Auch wenn Sie eine Zecke entfernt haben, können sich weitere Zecken im Fell Ihres Tieres befinden und trotz gründlichen Absuchens übersehen werden. 

Da es keine wissenschaftlich belegten Daten zur Wirksamkeit von Haus- bzw. natürlichen Mitteln gegen Zecken gibt, empfiehlt ESCCAP, nur zugelassene und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit geprüfte Tierarzneimittel anzuwenden.

FAQ

Was passiert, wenn man eine Zecke beim Hund nicht entfernt?

Je länger eine Zecke Blut saugt, desto größer ist die Gefahr, dass sie Krankheitserreger auf den Hund überträgt. Um eine solche Übertragung möglichst zu verhindern, sollten Sie Zecken bei Ihrem Hund umgehend entfernen.

Wie lange bleibt eine Zecke auf einem Hund?

Wie lange eine Zecke auf einem Hund bleibt, variiert. Abhängig von ihrem Entwicklungsstadium beträgt der Zeitraum zwei bis 14 Tage.

Wie gefährlich ist ein Zeckenstich beim Hund?

Ein Zeckenstich kann für Hunde sehr gefährlich sein. Das ist damit zu erklären, dass Zecken mit verschiedenen Krankheitserregern wie einzelligen Parasiten, Bakterien oder Viren infiziert sein können. Beim Blutsaugen besteht die Gefahr, dass diese Erreger auf den Hund übergehen. Die daraus resultierenden Krankheiten (z. B. Babesiose) können für den Hund sehr gefährlich sein und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Stand: Juli 2026

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