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Zecken bei der Katze

Zecken sind nicht nur lästig, sondern können auch gefährliche Krankheiten übertragen. Wie gefährlich Zecken für Ihre Katze sind, hängt vor allem davon ab, ob es beim Zeckenstich zu einer Übertragung von Krankheitserregern kommt oder nicht. Erfahren Sie hier, welche Zecken in Deutschland häufig vorkommen und wie Sie einem Zeckenbefall bei Ihrer Katze vorbeugen können.

Einleitung

Sind Zecken für Katzen gefährlich?

Welche Zecken befallen Katzen und wie sehen sie aus?

Wann kommen Zecken bei der Katze vor, und welche Krankheiten können sie übertragen?

Wie entfernt man Zecken bei Katzen?

Muss man Zecken bei Katzen entfernen?

Zecke bei der Katze nicht richtig entfernt – was nun?

Gibt es Hausmittel gegen Zecken bei der Katze?

Wie kann man Zecken bei Katzen vorbeugen?

FAQ

Einleitung

Zecken sind Parasiten, die Katzen, Hunde und andere Wirbeltiere sowie Menschen befallen, um dort für eine bestimmte Zeit Blut zu saugen. Der Saugakt dauert je nach Entwicklungsstadium der Zecke zwei bis 14 Tage. 

Was Zecken für Katzen gefährlich macht, ist ihre Rolle als Überträger von Krankheitserregern wie Bakterien, einzelligen Parasiten oder Viren. Aus diesem Grund sollte man Zecken bei der Katze immer entfernen (z. B. mit einer Zeckenkarte oder Zeckenzange) und nicht warten, bis sie von allein abfallen. 

Wie schlimm ein Zeckenbefall für die Katze ist, hängt davon ab, ob die Zecke Krankheitserreger in sich trägt, und wenn ja, welche. Im Vergleich zu Hunden sind Katzen seltener von zeckenübertragenen Krankheiten betroffen. 

Am häufigsten werden Katzen in Europa von Zecken der Familie Ixodidae (Schildzecken) befallen, die beispielsweise die Anaplasmose oder Borreliose übertragen können. 

Sind Zecken für Katzen gefährlich?

Ja, Zecken sind für Katzen gefährlich, da infizierte Zecken Krankheitserreger übertragen können. Wenn Sie Ihre Katze vor Zecken schützen, geht es dabei also weniger um den Zeckenstich selbst. Dieser hat für die Katze meist kaum Folgen. 

Vielmehr sind es Erkrankungen wie die Anaplasmose, vor denen Sie Ihre Katze schützen sollten. Dennoch gilt, dass nicht jeder Kontakt mit einer infizierten Zecke zu einer Infektion führt und nicht jede Infektion zu einer Erkrankung. 

Welche Zecken befallen Katzen und wie sehen sie aus?

In Deutschland sind die wichtigsten Zeckenarten bei Katzen der Holzbock (Ixodes ricinus) und die Igelzecke (Ixodes hexagonus). Deutlich seltener werden Katzen von der Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus) befallen. Vorrangig in südeuropäischen Ländern vorkommend ist die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus), die trotz des Namens auch Katzen befällt. Sie alle gehören zur Familie der Schildzecken und sehen beispielsweise so aus: 

Bild: Holzbock Ixodes ricinus (Linnaeus, 1758), Foto von Richard Bartz CC-BY-SA-2.5.

Bild: Dermacentor reticulatus, männlich, Foto von Rainer Altenkamp, Berlin, CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0

Bild: Braune Hundezecke, Rhipicephalus sanguineus, Foto von gailghampshire aus Cradley Malvern, GB. CC-BY-2.0

Wann kommen Zecken bei der Katze vor, und welche Krankheiten können sie übertragen?

Der Holzbock (Ixodes ricinus) kommt am häufigsten zwischen März und Juli und von September bis Oktober vor, ist aber auch im Hochsommer und an milden Wintertagen aktiv. Infiziert sich der Holzbock mit den entsprechenden Erregern, kann er sowohl die Anaplasmose als auch die Borreliose (Lyme-Borreliose) auf Katze, Hund und Mensch übertragen. Auch wurde der Erreger der Tularämie (Francisella tularensis) in Holzböcken nachgewiesen, der bei Katzen und Menschen schwere Erkrankungen verursachen kann. 

Die Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus) zählt zu den Buntzecken und ist bereits ab Temperaturen wenig oberhalb des Gefrierpunkts aktiv, weshalb ihre Hauptsaison früher im Jahr beginnt und später endet als die des Holzbocks. So ist sie bereits im Februar und im Herbst bis in den November deutlich aktiv. Wegen ihrer Kältetoleranz ist sie auch an milden Wintertagen stärker aktiv als der Holzbock, selbst nach nächtlichem Bodenfrost. Die Wiesenzecke sticht Katzen und Menschen eher selten, sie befällt vorwiegend Hunde. Infizierte Wiesenzecken können vermutlich den Erreger der Tularämie auf Katzen übertragen. 

Auch wenn der Name es anders vermuten lässt, ist die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) in der Lage, neben Hunden auch Katzen sowie Menschen zu befallen. In Deutschland kommt sie bisher nur in Innenräumen vor (z .B. in Tierheimen oder Tierpensionen), dafür ist sie in diesen geschützten Bereichen ganzjährig aktiv. Ein Befall und damit eine Ansteckung sind somit das ganze Jahr über möglich. Zu den Erkrankungen, die sie auf Katzen übertragen kann, gehören die Ehrlichiose und Tularämie. 

Obwohl zeckenübertragene Erkrankungen bei Katzen seltener als etwa bei Hunden vorkommen, haben sie möglicherweise schwerwiegende gesundheitliche Folgen für die Katze. 

Wie entfernt man Zecken bei Katzen?

Egal, ob bei Katzen, Hunden oder Menschen – Zecken sollten Sie nur mit geeigneten Instrumenten entfernen. Nicht geeignet sind die bloßen Finger. Hierbei besteht die Gefahr, dass Sie die Zecke quetschen und dadurch Krankheitserreger in den Stichkanal gelangen. 

Abzuraten ist ebenso vom Einsatz von Öl, Alkohol, Klebstoff oder Äther. Auch hierdurch erhöht sich das Risiko einer Erregerübertragung. 

Sicher und erfolgreich lassen sich Zecken bei der Katze beispielsweise mit einer Zeckenzange entfernen: 

Bild: © vetproduction GmbH

Zecken sind in der Haut durch ihren mit Widerhaken besetzten Stechapparat verankert. Man sollte sie daher gleichmäßig und nicht zu heftig aus dem Stichkanal nach oben herausziehen, damit sie sich langsam lösen. 

Vermeiden Sie ein Drehen der Zecke, da dabei oft Teile der Zecke in der Haut stecken bleiben. Besser ist es, die Zecke nahe an der Haut zu fassen und gleichmäßig von der Einstichstelle geradeheraus wegzuziehen. Es dauert gegebenenfalls eine halbe Minute, bis sich die Zecke löst, dann aber gleitet sie meist leicht aus der Haut.

Nach dem Entfernen sollten Sie die Zecke unschädlich machen und entsorgen. Sie können die Zecke entweder in hochprozentigen Alkohol (> 40 %), Chlorreiniger oder Desinfektionsmittel werfen oder sie mit einem Streichholz oder Feuerzeug töten. Alternativ können Sie die Zecke in Klebeband eingewickelt entsorgen oder sie mit einem festen Gegenstand wie einem Glas zerdrücken. Dies ist wegen der harten Umhüllung der Zecke aber mitunter etwas schwierig und bei vollgesogenen Zecken nicht zu empfehlen. Zerquetschen Sie den Parasiten nicht mit den bloßen Händen. 

Muss man Zecken bei Katzen entfernen?

Ja, Zecken sollten Sie grundsätzlich zeitnah entfernen, egal auf welchem Wirt (Hund, Katze oder Mensch). 

Warten Sie nicht ab, bis die Zecke vollgesaugt ist und selbst abfällt. Da infizierte Zecken Krankheitserreger übertragen, die für Katzen gegebenenfalls zu einer schweren Erkrankung führt, sollte man sie so schnell wie möglich entfernen. 

Denn: Je länger eine Zecke in der Haut sitzt, umso höher ist das Risiko für eine Übertragung von Krankheitserregern. 

Wann eine infizierte Zecke mit ihrem Speichel Krankheitserreger überträgt, variiert zeitlich stark. Da es nach dem Stich aber oft Stunden bis Tage bis zur Übertragung dauert, sollten Sie das Zeitfenster zum Schutz Ihrer Katze effektiv nutzen. 

Ist eine Zecke nicht mit einem Krankheitserreger infiziert, ist der Zeckenstich oft harmlos und ohne gesundheitliche Folgen für die Katze. 

ESCCAP Deutschland e. V. informiert:

Informationen rund um das Thema Parasiten erhalten TierhalterInnen, TierärztInnen und Tiermedizinische Fachangestellte auch im kostenlosen ESCCAP-Newsletter. Hier klicken und abonnieren.

Zecke bei der Katze nicht richtig entfernt – was nun?

Wenn Sie eine Zecke bei Ihrer Katze nicht vollständig entfernt haben, kommt es durch die in der Haut verbliebenen Reste möglicherweise zu kleinen Entzündungsreaktionen. Auch die durch den Zeckenstich verursachte Wunde entzündet sich gegebenenfalls. 

In beiden Fällen heilt meist alles problemlos aus. Sollte sich die Stelle nach dem Entfernen entzünden und die Entzündung nicht rasch wieder abklingen, suchen Sie bitte Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt auf. Tun Sie dies auch, wenn Sie eine Zecke bei Ihrer Katze nicht entfernen können, um eine Übertragung von Krankheitserregern zu vermeiden. 

Sehr selten kommt es vor, dass Katzen von sehr vielen Zecken gleichzeitig befallen sind. Das führt unter Umständen zu einer Blutarmut (vor allem bei Katzenwelpen). 

Gibt es Hausmittel gegen Zecken bei der Katze?

Viele TierhalterInnen sind auf der Suche nach Hausmitteln gegen Zeckenbefall. Jedoch ist bei der Anwendung natürlicher Mittel Vorsicht geboten – insbesondere, wenn es um den Einsatz von bestimmten Ölen wie Teebaumöl geht. 

Mit diesem sollten KatzenhalterInnen vorsichtig umgehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor schweren Vergiftungserscheinungen. 

Im Vergleich zu Menschen und Hunden können Katzen die darin enthaltenen Terpene und Phenole kaum abbauen und ausscheiden. Sie reagieren deshalb besonders empfindlich darauf. 

In hohen Dosen ist das Öl jedoch auch für Mensch und Hund giftig und gilt zudem als stark allergieauslösend. 

Da es keine wissenschaftlich belegten Daten zur Wirksamkeit von alternativen Zeckenmitteln gibt, empfiehlt ESCCAP, nur zugelassene und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit geprüfte Tierarzneimittel anzuwenden. 

Wie kann man Zecken bei Katzen vorbeugen?

Das Risiko eines Zeckenbefalls und damit für eine Erkrankung der Katze hängt im Wesentlichen davon ab, ob es sich bei der Katze um eine Freigängerkatze oder eine Wohnungskatze handelt. 

Bei jeder Katze mit regelmäßigem Aufenthalt in der Natur empfiehlt es sich, ganzjährig ein Zeckenschutzmittel anzuwenden. Besonders wichtig für den Zeckenschutz bei Katzen ist, ausschließlich Zeckenschutz-Präparate anzuwenden, die für Katzen zugelassen sind. Manche Zeckenschutz-Präparate, die für Hunde geeignet sind, sind für Katzen nämlich sehr giftig!  

Bei Katzen, die nur auf einer umzäunten Terrasse oder unter ähnlichen Gegebenheiten Auslauf haben, können Sie alternativ Ihre Katze anschließend intensiv absuchen, um Zecken zu finden und zu entfernen. Häufig übersieht man dabei aber Zecken, da sie recht klein sind, insbesondere ihre Jugendstadien. 

Bild: Größenvergleich zwischen einer männlichen Zecke und einem Streichholzkopf, Foto von André Karwath, CC-BY-SA-2.5

Erst wenn eine adulte Zecke mit Blut vollgesaugt ist, erreicht sie etwa die Größe eines Kirschkerns und ist im Katzenfell oft gut zu sehen oder zu ertasten. 

Der Holzbock erreicht dabei eine Größe von bis zu einem Zentimeter. Eine Übertragung von Krankheitserregern hat bei dieser Größe jedoch schon stattgefunden. In sehr dichtem und/oder langem Fell ist es besonders schwer, die kleinen Parasiten zu finden. 

Hinsichtlich des Zeckenschutzes wenden Sie sich an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt. Diese sind kompetente Ansprechpersonen, die bei der Entscheidungsfindung des Zeckenschutzes für Ihre Katze unbedingt zurate gezogen werden sollten.

FAQ

Wie schlimm sind Zecken für Katzen?

Sind Zecken mit bestimmten Krankheitserregern infiziert, können sie diese auf Katzen übertragen. Daraus resultieren möglicherweise schwere Krankheiten. Aber nicht jeder Kontakt mit einer infizierten Zecke führt zwangsläufig zu einer Übertragung und nicht jede Infektion zu einer Erkrankung. Da in Deutschland aber sehr viele Zecken mit übertragbaren Krankheitserregern infiziert sind, ist bei Freigängern ein wirksamer Zeckenschutz wichtig. 

Was soll ich tun, wenn meine Katze Zecken hat?

Wichtig bei einem Zeckenbefall ist, die Zecke rasch zu entfernen und einem erneuten Zeckenbefall vorzubeugen. Verwenden Sie zum Entfernen der Zecke geeignete Instrumente (z. B. Zeckenzange). Vermeiden Sie, die Zecke dabei zu quetschen oder zu drehen. Ziehen Sie die Zecke stattdessen mit leichtem Zug vom Stichkanal geradeheraus weg. Sollten Sie die Zecke nicht entfernen können, wenden Sie sich an Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt. 

Stand: Juli 2026

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